offentlichte Geschaftsbericht der Bezirks-Spar⸗
und Hilfskafse Homburg für das Jahr
1889 bietet ein interessantes Bild ÜUber den Stand
und bezw. Betrieb dieser Kasse. Nach Ausweis war
der Einlagestand der Kasse Ende 1888 954202. 89 Mt.
Derselbe erhöhte sich nach Abschreidung von
152415 Mk. 09 Pfg. zurückbezahlter Einlagegut⸗
haben während des Jahres — durch Neueinlagen
und gutgeschriebene kapitalisirte Zinsen bis zum
Schlusse des Jahres 1889 auf 1,205092. 87 Mk. An
diefer Gesammteinlagesumme, welche mit 4/0 ver⸗
zinst wird, participiren 2135 Einleger.
— Pirmasens, 1. Nov. Heate Nacht kurz
vor 12 Uhr wurde der 38jährige Dienstknecht
Johann Glade erstochen. Als Thäter ist
der 19jährige Schuster Johann Zirkel von Dahn
ermittelt und verhaftet worden. Glade war zum
Besuch bei Zirkel, der bei seiner Mutter, einer
Wittfrau, im polnischen Hof wohnt. Die Beiden
scheinen in Streit gerathen zu sein, in dessen Ver—
jauf Glade sich entfernte, während Zirkel ihm nach⸗
eilte und ihm, als er ihn eingeholt, mit voller
Wucht ein Kneipmesser unterhalb des linken Armes
in den Leib stieß, so daß der Verletzte schon nach
einer Viertelstunde starb. Der Getödtete, ein braver
arbeitsamer Mann stammt aus Münchweiler und
wohnte mit seiner Familie in Dahn, war aber
hier bei Herrn Kölsch als Dienstknecht beschäftigt,
er hinterläßt eine Wittwe und 4 Kinder. Die
unglückliche Wittwe ist die Schwester der Mutter
des Mörders. Die alsbald hinzugekomme Polizei
fand den Mordbuten im Bette liegend. Derselde
blieh auch gleichgiltig, als er zu der Leiche geführt
wurde; dagegen mußten die Schutzleute den Mörder
hüten, damit er von der erregten Menge nicht er—⸗
schlagen wurde.
— Landau, 31. Okt. Wie berichtet, hatte
der hiesige Gastwirth-Verein eine Eingabe
an die Stadtverwaltung gerichtet, betreffend
die Verlängerung der Polizeistunde bis 12 Usr.
Der Stadtrat hat nun der fragl. Eingabe Folge
gegeben und die Polizeistunde bis 12 Uhr ausge—
dehnt. — Dem Gesuch des Pfälz. Verschönerungs-
Vereins um Gewährurg eines Beitrags wurde
entsprochen und ein jährlicher Beitrag von 30 Mk.
bewislligt.
— In Land au wurden in das Gefängnis ein
S wisser Dörrzabpf von Bellheim., sowie ein de—
wisser Abel von Hambach eingeliefert. Dieselben
find laut „L. A.“ verdächtig, die Einbruchsdieb—
dähle, die in letzter Zeit aus verschiedenen Ortschaften
berichtet wurden, verübt zu haben.
— In Germersheim sind am Freitag die
zu einer 100 resp. Gwöchentlichen Uebung einge—
rufenen Lehrer, sowie die zur Ausbildung im Ge—⸗
drauch des neuen Gewehres eingerückten R'serbisten
entlassen worden. Am 4. Rovember rücken zur
LUebung mit dem neuen Gewehre 21 Oiffiziere,
158 Uateroffiziere und 1275 Gefreite und Ge—⸗
meine der Landwehr J. Aufaebots ein.
— Frankenthal, 30. Okt. Der Witwe
)es dahier verstorbenen Schutzmannes Johann Putz
wvurde aus dem Sterbekass-verein bayerischer Poli⸗
‚imannschaften der Betrag von 1215 Mk. bar
rusbezahlt.
eines Stabspeterinärs, schwer verletzt noch im Leichen⸗
hause verbunden, wogegen eines der englichen dn
leins einen Hufschlag auf den Hinterkopf erhali
hatte, so daß ihr das Blut aus Mund, Nase
Ohren drang; in ein nahes Haus verbracht, war
zwar ärztliche Hilfe alsbald zur Stelle, der Tod ia
aber schon kurz darauf ein.
fReiche Erbschaft. Der kürzlich der—
storbene Graf Hugo Henckel von Donnersmaidk ha
außer dem seiner Wutwe hinterlassenen Veirmb en
seinen 4 Kindern ein Baarvermögen von 40 Mil
znen Mark vererbt.
Volks⸗K Landwirtschaftliches.
Zweibrücken. Atienbrauerei Ti—
boli. Im Betriebsjahr 1889 90 wurden 443
Suden Bier gebraut und im Ganzen, nach Ih.
schreibhung von Mt. 20287,34 und für Amort—
sierung von 839 ausgelosten Prioritäten mit Mi
9360, ein Reingewinn von Mk. 51138,83 erziel
Aus dem Reingewinn kommen auf die Aktie Mi,
40 zu Verteilung. Zur Gründung eines Baufonds
wurden Mk. 8000 ausgeworfen, für sonstige Ab.
schreibungen und Tant èmen wurden Mtk. 6410
verwendel und der Rest mit Mk. 7928.97 auf
teue Rechnung vorgetragea.
Dienstesnachrichten.
Gendarmerie. Gendarm Wiidner von der
Gendarmerie Abteilung Ebernburg wurde als Kom—
mandant nach Dahn und Hüther von der Gen—
armerie Abteilung in Dahn als Kommandant nad
Fbernburg versekt.
————— — ———
Vermischtes.
In Sul zbach weilt gegenwärtig bei Verwandten
der 78jährige Deutsch-⸗Amerikaner Bilz. B. wanderte
in seinem 15. Lebensjahre nach Amerika aus und
zat erst jetzt, nach 58jähriger Abwesenheit in dem
sohen Alter den heimatlichen Boden wieder aufge⸗-
ucht; derselbe wird sich übrigens wieder nach den
VBereinigten Staaten zurückbegeben. Nur sehr wenige
Hebäude waren dem Greis bekannt und soll er sich
nicht wenig gewundert haben ob des großen Auf—
chwungs seiner Geburtsstätte.
F Saarbrücken. Einen interessan-—
ten Fund machten neulich Arbeiler in dem nahe
der Bell⸗vue gelegenen Steinbruch der Herren Lau⸗
vitz u. Becker. Bei Abnahme der obersten Sand
chicht gewahrten die Arbiter in derselben eine noch
zanze unversehrte französische Granate, und nach
Jenduer Untersuchung stellte sich auch heraus, daß
zieselbe noch ihre ganze Füllung enthielt.
F Würzburg, 31. Oktt. Großes Un—
lüsck.) Heuie Abend halb 6 Uhr scheute das Pferd
ines vor dem Friedhof haltenden Blumenwagens,
zrach die Deichsel und rannte in den mit Menschen
Jefüllten Friedhof, wobei zwei Frauen bei der ent—
tandenen Panik überrannt wurden. Dann machte
das Pferd kehrt, stürmte zum Friedhof wieder
hinaus. überrannte zwei des Weges kommende
Schwestern der englischen Fräulein und maächte ersst
yor seinem in nächster Nahe befiadlichen Stalle
Halt. RPon ersfteren Frauen ist eine die Gemahlin
Famtrennachrichten.
Gestorben: In Saarbrücken Katharind
Witzsche, geb. Euler, 51 J. a.; in Zweibrücken
atharina Handorn, geb. Hublitz, 65 J, a.; in
Mundenheim Franz Butscher, Bürgermeister.
MNeueste Nachrichten.
Wiesbaden, 2. Nov. Der Herzog von
Nasgau triff heute (Sonntag) aus Hohenburg in
Frankfurt a. M. ein und reist noch heute Abend
o»der Montag früh nach Luxemburg weiter, wo er
zwei bis drei Tage verwmeilen wird. Bekanntlih
indet am Dienstag in Luxemburg die Eröfinuna
der Kammer statt.
Sijr die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß
Mobilienversteigerung.
Mittwoch, den 12. November 1890,
Vormittags 10 Uhr, zu St. Ingbert
im Wohnhause des Wagners Jakob
Herzer in der Wohnung des nachge—
nannten Erblassers, lassen die Kinder
und Erben des in St. Ingbert wohn⸗
haft gewesenen und verlebten Polizei—
kommissärs Friedrich Christian
Eckerlein, bezw. deren Vertreter, die
zum Nachlasse des Verlebten gehörigen
Mobiliargegenstände in Eigenthum ver⸗
steigern, worunter namentlich: 83 Bet—
ten, 2 Schränke, 1 Küchenschrank, 8
Stühle, 2 Tische, 1 Kochherd, 1Ofen,
Küchengeräthschaften, Getüch, Kleider
und Leibweißzeug.
St. Ingbert, den 81. Oktober 1890
Kemmer, k. Notar.
Gläubiger—
Aufforderung.
Wer an den Nachlaß des dahier
berstorbenen Polizeikommissärs Fried—
rich Christian Eckerlein eine
Forderung zu machen hat, wolle die—
selbe innerhalb 14 Tagen bei dem
Unterzeichneten anrielden.
St. Ingbert, den 31. Oktober 1890
—M.emmer, k. Notar.
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Auf die Freibank wurde verwiesen: 1Kuh wegen Tuberkulefe.
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Hiezu ladet 5
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